HfBK x Bauhaus-Universität Weimar

Slow Design, or the New Self-Confidence of the Analog

Slow Design,
oder das neue Selbstbewusstsein des Analogen

Was hat die analoge Übersetzung von digitalen Plakatvorlagen (historisch und aktuell) mit Individualität und Selbstwirksamkeit zu tun? Was vielleicht nach „Kopieren alter Meister*innen“, und somit eher akademisch klingt, sehe ich als die Wiederentdeckung des Potenzials und der Individualität des Analogen.
Wir setzen zunächst unsere visuellen und intellektuellen Fähigkeiten zu Analyse und individueller Interpretation der Vorlagen ein, um schließlich unsere ganz eigene Körperlichkeit einzusetzen, die jeweilige Übersetzung zu Papier zu bringen. Dass dieses zu Papier bringen überraschende Widerstände und ungeahnte Ergebnisse erzeugt, dass es mit Materialerprobung und gesteigertem Körpergefühl einhergeht, dass wir dabei ebenso viel Freude wie Frustration erleben, und dass die Ergebnisse in jedem Fall eine reiche und individuelle Persönlichkeit haben, wird vielleicht überraschen. Überraschend wird aber ebenso sehr sein, wie sich die Ergebnisse von bekannten digitalen Anwendungen unterscheiden.
Zum Prinzip gehört auch, dass wir vom Großen hin zum Kleinen arbeiten: Zunächst werden die grafischen Übersetzungen auf ein Format von 50 x 70 cm gebracht, um sofort den ganzen Körper bei der Gestaltung zu fordern. Sind in diesem Format gute Ergebnisse entstanden, wird in der Folge versucht die Großzügigkeit des großen Entwurfs auf eine Postkartengröße anzuwenden.
Der dritte Schritt besteht darin die analogen Ergebnisse zu digitalisieren, und mit ihnen im digitalen Raum weiterzuarbeiten. Ob es danach auch wieder zurück in den analogen Raum geht, bleibt allen Teilnehmenden überlassen. Aber ein selbstverständliches Hin und Her zwischen den Welten wäre in jedem Fall das beste Ergebnis.
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Slow Design,
or the New Self-Confidence of the Analog

What does the analog translation of digital poster designs (both historical and contemporary) have to do with individuality and self-efficacy?
What might sound like “copying the old masters”—and thus seem rather academic—I see as the rediscovery of the potential and individuality of the analog.

We begin by drawing on our visual and intellectual abilities to analyze and interpret the source material in our own way, ultimately using our own physicality to translate it onto paper.
It may come as a surprise that putting this down on paper generates unexpected resistance and unforeseen results, that it involves experimenting with materials and heightened body awareness, that we experience as much joy as frustration in the process, and that the results invariably possess a rich and unique character. Equally surprising, however, will be how much the results differ from those of familiar digital applications.
Another key aspect of this approach is that we work from large to small: First, the graphic designs are scaled down to a 50 x 70 cm format to immediately challenge the entire body in the design process. Once good results have been achieved in this format, we then attempt to apply the expansiveness of the large-scale design to a postcard size.

The third step involves digitizing the analog results and continuing to work with them in the digital realm. Whether the work then returns to the analog realm is entirely up to the participants. In any case, the ideal outcome would be a seamless back-and-forth between the two worlds.

Ingo Offermanns
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We have interpreted the following works:

“Die gute Form” by Emil Ruder, 1954
“Beethoven” by Josef Müller-Brockmann, 1955
“Nihon Buyo” by Ikko Tanaka, 1981
“Warsaw Under Construction” by Ludovic Balland, 2011
“Faire Löhne, bessere Renten” by Jonas Voegeli (Hubertus Design), 2013
“Take Your Pleasure Seriously” by Studio Feixen, 2014
“Nils” by Studio Feixen, 2015
“Maiden Obey at Strelka Institut” by Anna Kulachëk, 2019
“Haettenschweiler von A bis Z” by Studio Feixen, 2022
“15 Jahre Südpol”, by Erich Brechbühl & Studio Feixen, 2023
“Chronically Misplaced Thinker From The Museum Of Mistakes” by Markus Weisbeck, 2026
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Photography © Tim Albrecht, Markus Weisbeck & Frieder Oelze

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